Beiträge von Klient*innen


Kathleen Kriening im Interview: „Meine Sorgen konnten eine Weile pausieren“

Wir haben mit Compass Klientin Kathleen Kriening über ihre Eindrücke während der Freizeitreise nach Sylt im März 2026 gesprochen. Im Interview berichtet sie persönlich, wie sie die Entscheidung zur Teilnahme erlebt hat, welche Erfahrungen sie vor Ort gemacht hat und welche besonderen Momente ihr in Erinnerung geblieben sind. Außerdem erzählt sie, was sie aus der Reise für ihren Alltag mitnimmt:

Compass: Mit welcher Erwartung oder persönlichen Intention sind Sie in die Reise nach Sylt gestartet?
Kathleen Kriening: Eigentlich wollte ich die Reise absagen, da es zu dem Zeitpunkt eine schwierige Phase in meinem Leben war. Ich bin dann aber doch gefahren, weil ich wusste, dass es mir guttun würde. Genau das hat sich bewahrheitet. Die Türen des Zuges waren zu, und jetzt war Urlaub. Meine Sorgen konnten für eine Weile pausieren.

Compass: Wie haben Sie die Zeit auf Sylt erlebt und wie haben sich die Tage dort vor Ort gestaltet?
Kathleen Kriening: Ich habe die Reise nach Sylt als etwas ganz Besonderes erlebt. Ich habe viel über mich selbst gelernt. Durch die Zeit auf Sylt konnte ich das Gefühl der Einsamkeit wieder loslassen. Es war purer Genuss. Ich habe neue Leute vom Compass kennengelernt und an vielen Programmpunkten teilgenommen. Es gab keinen einzigen, der mir nicht gefallen hat.

Compass: Gab es einen Moment oder eine Situation, die für Sie besonders bedeutsam war?
Kathleen Kriening: In vielen Situationen bin ich über meine eigenen Grenzen hinausgegangen. Ich bin 30 Kilometer Fahrrad gefahren und habe es geschafft. Außerdem war ich zum ersten Mal in meinem Leben in der Sauna. Das hat mir sehr gutgetan.

Compass: Was möchten Sie aus der Reise in Ihren Alltag mitnehmen?
Kathleen Kriening: Mir ist klar geworden, dass ich weder einsam noch allein bin. Nach dem intensiven Zusammenleben auf Sylt genieße ich nun meine eigenen vier Wände umso mehr. Außerdem möchte ich in Zukunft weniger negativ über andere Menschen denken.


Sven Lendt im Interview: „Die kleine Mondfee“ & die große Bühne

Wir haben mit Compass-Klient Sven Lendt über seine Erfahrungen bei Live-Auftritten, die Herausforderungen auf diesem Weg und besondere Glücksmomente gesprochen. Der folgende Ausschnitt aus seinem Live-Konzert beim Compass im Juli 2025 zeigt „Die kleine Mondfee“ – und lädt uns auf eine kurze Reise in seine musikalische Welt ein:

Compass: Sie haben jetzt schon mehrfach öffentlich Synthesizer gespielt – zuletzt bei uns und sogar in der Elbphilharmonie. Wie hat sich das für Sie angefühlt?
Sven Lendt: Es ist ein tolles Gefühl, direkt die Energie der Menschen zu spüren. Ich arbeite sonst meist allein oder online mit Freund*innen, doch live vor Publikum zu spielen, ist nochmal etwas ganz anderes. Wenn das Publikum meine Musik genießt, setzt das in mir Glücksgefühle frei.

Compass: Vor einem Jahr haben Sie das erste Mal bei unserer Weihnachtsfeier gespielt. Hätten Sie sich damals vorstellen können, einmal ein eigenes Konzert zu geben?
Sven Lendt: Damals war das sehr herausfordernd. Ein eigenes Konzert hätte ich mir noch nicht vorstellen können.

Compass: Was hat Ihnen geholfen, diesen Schritt zu gehen und sich weiterzuentwickeln?
Sven Lendt: Die Vorbereitung auf das „Futur X – Wann ist Morgen?“ Konzert in der Elbphilharmonie mit Workshops und Proben hat mir sehr geholfen. Die offene, respektvolle Atmosphäre im Soundspace-Workshop erleichterte es mir, musikalisch aus mir herauszugehen.

Compass: Welche Unterstützung haben Sie durch die Assistenz in der Sozialpsychiatrie dabei erfahren
Sven Lendt: Compass unterstützt mich seit fast 10 Jahren. Ich lerne, meine Kräfte einzuschätzen, Ruhephasen zu erkennen und soziale Teilhabe zu erleben. Projekte wie „Futur X“ geben mir Lebensfreude und Motivation.

Compass: Was hat Ihnen das Spielen und die Konzerte persönlich gegeben – in Bezug auf Ihr Selbstvertrauen und Ihre psychische Stabilität?
Sven Lendt: Vor allem Freude und magische Glücksmomente. Mit jeder Erfahrung werde ich selbstsicherer. Die richtigen „Werkzeuge im Koffer“ helfen mir, auch schwierige Zeiten besser zu überstehen.

Compass: Können Sie sich vorstellen, auch in Zukunft weiter aufzutreten – vielleicht wieder bei uns oder an anderen Orten?
Sven Lendt: Auf jeden Fall! Ich kann mir vorstellen, erneut bei Compass oder auch in Clubs aufzutreten. Die Vorbereitung auf Live-Performances ist etwas ganz Besonderes – ich möchte noch viel mehr davon erleben.